Donnerstag 09.04.2009, Tag 210

Donnerstag 09.04.2009, Tag 210

Jaja, lange haben wir nicht geschlafen. Wahrscheinlich vor Aufregung! ;-)
Wir haben uns dann auf den Weg zu einer Shoppingmall gemacht, da wir mit dem Gedanken gespielt hatten ein Zelt zu kaufen und anstatt in Hostels zu uebernachten doch in Zelten schlafen koennten.
So sind wir dann in einem enorm grossen Supermarkt gelandet indem man auch Zelte, Isomatten, Toepfe, Besteck und allen anderen Kram kaufen kann. Fuer Meli und ich war allein die grosse Kaesetheke ein Traum. Denn sonst sehen wir nur Cheddar, Gouda und eine andere Sorte Kaese und hier sahen wir nun alle moeglichen Arten von Schimmelkaese, Frischkaese, Schaafskaese und viele mehr. Allein der Anblick hat uns zum dahinschmelzen gebracht. So haben wir dann eine Packung Schaafskaese gekauft, Broetchen, Saft, Knabberzeug und alles moegliche Proviant und Nuetzliche (Teller, Becher, Besteck u.s.w) fuer unsere reise.
Das mit dem Zelt kaufen haben wir dann auch recht schnell gelassen, da wir nach hin und her kalkulieren festgestellt haben, dass es auch nicht so viel billiger ist.
Papa hat dann noch eine neue simkarte fuer sein Handy bekommen, sodass auch er flexible telefonieren und schreiben kann und dann ging es ins Auto.
Aber nun stellte sich die Frage. Wohin geht es denn jetzt eigentlich??

So setzten wir uns zusammen vor unserer Karte und machten den Plan zum Itala Game Resort zu fahren wo mein Vater so gerne hin moechte. Und los ging es.
Die Strecke war unglaublich langweilig. Nur trockene Felder und das ueber einen unglaublich langen Zeitraum.
Dann entschieden wir eine Pause zu machen und fuhren von der Strasse ab und machten an einem kleinen Feld ein Picknick. Haha… wir hatten uns extra spezielle Becher gekauft, die einen eingebauten Strohhalm hatten. Wir haben gedacht, ist doch ne klevere Idee. So kann man aus dem Becher trinken oder wahlweise aus dem Strohhalm.
Als dann Meli sich 2x das Trinken ueber die Kleidung kippte und ich und Papa unglaublich lachten fing die Geschichte der Becher erst an.;-)
Meli passierte das ganze 2x und sie musste sich immer die Klamotten wechseln. Einmal das Shirt, das naechste mal die Hose. Da wir irgendwie nie ausfindig machen konnten warum es ihr immer passiert, haben wir es irgendwann einfach als “Melis Tollpatschigkeit angesehen”. Aber als es dann auch noch meinem Vater passierte und schlussendlich auch mir. Da waren wir uns einig, diese Becher sind doch nicht so eine raffinierte Idee gewesen wie wir gedacht hatten. ALSO BITTE KONZENTRIEREN BEVOR DIE LIPPEN AN DEN BECHER GESETZT WERDEN!!! ;-)

Auf dem Weg zum Itala Game Resort, welches Apropo unterhalb von Swaziland liegt, stellten wir immer mehr fest, das wir es niemals bis dorthin schaffen warden wenn wir nicht um Mitternacht ankommen wollen. Als wir dann auch noch bei der Unterkunft in dem Resort angerufen haben und man uns mitgeteilt hat, dass das Tor des Resorts um 18h schliesst, war es vorbei. Keine Chance mehr dort noch rechtzeitig anzukommen!!
So entschieden wir uns kurzfristig nach Swaziland zu fahren und dort eine Nacht zu verbringen.
Um 19h waren wir an der Grenze von Suedafrika zu Swaziland. Mittlerweile war es natuerlich schon dunkel und es war voll!!
Wir mussten erst einmal 10-15min. in der Autoschlange warten.
Rechts von uns standen Grenzawaerter, natuerlich bewaffnet, und links von uns liefen Fussgaenger an uns vorbei. Warscheinlich Swazen die in Suedafrika arbeiten, Abends mit dem Taxi an die Grenze fahren und von dort aus die Grenze zu Fuss passieren. So sassen wir dort im Auto, umgeben von Fussgaengern, Grenzwaechtern und anderen Autos. Irgendwie war das eine eigenartige Situation. Man hat einfach richtig gemerkt das man in Afrika ist. Ich habe mich wirklich wie ein Tourist gefuehlt. Klar, dass bin ich ja nun auch fuer den Zeitraum der Reise. Aber es ist geworhnungsbeduerftig!
Nach 10min. standen wir dann auf einem Parkplatz innerhalb der Grenze. Ueberall waren Menschen und eine lange Schlange schlaengelte sich aus der Tuer die mit dem Schild “Emmigrants” ausgezeichnet war.
Ueberall hoerte man Menschen sprechen und ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht wirklich den Ueberblick behalten konnte. Und das kann manchmal in Afrika sehr verhaengnisvoll sein. Nicht aber hier, wie mir schien.
Zudem musste ich auch noch unendlich dringend auf die Toilette. So bin ich einfach zu einer Dame die in Uniform am Strassenrand stand hin und habe nach einer Toilette gefragt. Gar kein Ding. Und dann fuehrte sie mich durch mehrere kleine Gaenge zwischen den Grenzgebaeuden zu einem kleinen Betonklotz in dem die Toiletten eingemauert waren. Neben der Toilette hoerte ich die Grenzarbeiter lachen und sich anscheinend koestlich amuesieren.
In dem Moment wo ich die Toilette betrat, kam auf einmal etwas ueber mich. Ich hatte einen Blitzgedanken, wie es wohl jetzt ist wenn man mich aus der Vogelperspektive sieht. Ich, keine Ahnung wie weit von dem Hauptplatz des Grenzuebergangs entfernt, hinter den Haupthaeusern, betrat gerade eine Toilette in Swaziland, in Afrika, am anderen Ende der Welt. Dieser Gedanke musste sich dann erst einmal setzen.
Als ich die Toilette wieder verliess, sah ich, dass ich nun theroretisch ganz einfach die Grenzprozeduren umgehen koennte, denn hinter der Toilette war kein Grenzzaun oder eine Mauer, sondern einfach die oeffentliche Strasse. Ich musste lachen und ging zurueck zum Parkplatz.
Als wir dann den Stempel bekommen hatten, dass wir Suedafrika verlassen haben und nun im “Niemandsland” zwischen Suedafrika und Swaziland haengen, mussten Meli und ich lachen.
Die naechste Prozedur war nun noch vom “Niemandsland” nach Swaziland zu kommen.
Aber alles lief glatt und wir sind dann gut uber die Grenze gekommen und hatten stolz zwei neue stempel im Pass. ;-P
Als wir jedoch beim Hostel ankamen, haben wir auch nur noch gedacht: “Wo sind wir den hier gelandet?”.
Es war totenstille, zwei Personen sassen im Aufenthaltsraum und die Frau an der Rezeption war super unfreundlich und genervt. Als sie uns dann dass Zimmer gezeigt hat, war es vorbei mit dem Paradiesurlaub. ;-P
3 betten in einem Raum was mehr oder weniger einer Kammer nahe kam. Aber da wir so totmuede waren, war uns dass dann auch mehr oder weniger egal.
Aber haetten wir gewusst das die lieben Ameisen uns im Bett gesellschaft leisten, haetten wir uns das vielleicht doch noch mal ueberlegt. ;-p

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